Informationen zum Thema Biohonig

Edelkastanienimkerei Honig

Produkte aus biologischem Anbau erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit und das zeigt, dass das ökologische Bewusstsein der Menschen zunimmt. Diese Entwicklung ist erfreulich.

Auch in der Imkerei hat der Biogedanke längst Einzug gehalten. Sie haben es vielleicht auch schon daran gemerkt, dass immer mehr Honige im Handel auftauchen, die nach biologischen Richtlinien erzeugt wurden und entsprechende Zertifikate tragen. Aus diesem Grund erscheint es uns wichtig aufzuzeigen, inwieweit eine biologische Produktion von Honig möglich ist und wo diese an ihre Grenzen stößt.


Grundsätzlich können alle Einflüsse aus der Umwelt (Luftschadstoffe, Pflanzenschutzmittel, aber auch z.B. Pollen von genveränderten Pflanzen etc.) nicht vom Bienenvolk ferngehalten werden, da der Bienenflug nicht gesteuert werden kann.

Alle Maßnahmen, die der Bearbeitung und Behandlung des Bienenvolkes und seiner Produkte (Honig, Wachs etc.) dienen, kann der Imker steuern. Und genau hier setzt die Unterscheidung zwischen einer konventionellen und einer ökologisch ausgerichteten Wirtschaftsweise an.


Nach folgenden Kriterien, die auch in den verschiedenen biologischen Imkereien heute Anwendung finden, arbeiten wir seit langer Zeit:

  • Wir verwenden keine synthetischen Varroabehandlungsmittel, sondern nur organische Säuren, da hier keine Rückstandsproblematik besteht
  • Wir haben vor einigen Jahren unser gesamtes Bienenwachs ausgetauscht, da sich gerade im Wachs Schadstoffe aus früheren Behandlungsmitteln anreichern können, die dann auch in den Honig übergehen können
  • Wir verwenden nur noch unbelastetes Wachs aus unserem Betrieb für die Herstellung der Waben oder kaufen Biowachs zu
  • Es erfolgt keine Erhitzung des Honigs, die zu Wärmeschäden führt
  • Unser Honig wird immer wieder im Rahmen von Honigprämierungen untersucht und es wurden noch nie Rückstände festgestellt, auch im Bienenwachs nicht
  • Wir setzen außer zur Behandlung der Völker gegen die Varroamilbe, auf die kein Imker verzichten kann, keine weiteren Mittel ein, weder bei der Behandlung der Völker noch bei der Behandlung des Honigs

Der wichtigste Grund, dass wir, obwohl wir so gut wie alle wichtigen Kriterien eines Biobetriebes erfüllen, uns nicht als biologischer Betrieb anerkennen lassen, sind die hohen Kosten und die notwendige Bürokratie, die in unserem kleinen Betrieb in keinem Verhältnis stehen würden und den Honigpreis für unsere Kunden nur zusätzlich belasten würde.

Unsere Organisation, der Deutsche Imkerbund, plant allerdings in der nächsten Zeit für seine Mitglieder ein entsprechendes Biosiegel mit den dazugehörigen Grundsätzen zu schaffen, dem wir uns dann anschließen werden.

Wir denken, dass gerade beim Honigkauf der alte Grundsatz „Honigkauf ist Vertrauenssache“ ganz wichtig ist und man „ seinen Imker“ kennt.

Wenn Sie dann noch hören, dass hier im Prinzip nach biologischen Grundsätzen gearbeitet wird und der Imker mit seiner Familie selbst der größte Honigverbraucher ist, können Sie sicher sein einen Honig zu erhalten, der hochwertiger ist als mancher Biohonig, der mit schönen Labeln versehen von irgendwoher importiert wurde.


Belasteter Honig - Gefahr beim Deutschen Honig eher gering

Trotz der Vielzahl der möglichen Belastungen des Honigs durch die genannten Einflüsse muss man feststellen, dass beim Deutschen Honig insgesamt äußerst selten Rückstände gefunden werden und noch seltener solche, die die Grenzwerte überschreiten.

Dies liegt zum einen daran, dass bei uns im Gegensatz zu vielen anderen Ländern im Prinzip nur Behandlungsmittel gegen die Varroamilbe angewendet werden und von diesen auch nur einige wenige und ansonsten kaum Behandlungsmittel erlaubt sind.

Zum anderen denken wir, dass gerade in den vielen kleinen Imkereien in Deutschland die Produktion eines hochwertigen, möglichst unbelasteten Lebensmittels auch für den Eigenbedarf im Vordergrund steht und deshalb besonders schonend gearbeitet wird.

Diese Verhältnisse liegen aber anscheinend in vielen Ländern, aus denen Honig nach Deutschland importiert wird, nicht vor. Hier wird oftmals leichtfertig mit Behandlungsmitteln umgegangen, denn nur so ist es zu erklären, dass immer wieder große Mengen belasteter Importhonige auftreten.